
Mallorca-Akne: Pickel nach der Sonne erkennen, behandeln, vorbeugen
Der Name klingt nach Urlaubsanekdote, das Bild ist ernst gemeint: Zwei, drei Tage nach den ersten intensiven Sonnenstunden – auf Mallorca, in Südtirol, am Elbstrand – überziehen dichte, kleine, juckende Pickelchen Dekolleté, Schultern, Oberarme und Rücken. Sie sehen aus wie Akne, aber sie kommen bei Menschen, die längst keine Akne mehr haben, und sie kommen an Stellen, die im Winter bedeckt waren. Mallorca-Akne, medizinisch Acne aestivalis, in der jüngsten Fachliteratur treffender „aktinische Follikulitis“: eine Entzündung der Haarfollikel, ausgelöst durch UV-Licht.
Der Mechanismus ist eine Kombination. UV-A-Strahlung trifft auf die Talgdrüsen und auf das, was auf der Haut liegt – fettige Sonnencreme, reichhaltige Körperlotion, Öle. Dabei entstehen reaktive Verbindungen, die den Follikel reizen; er verstopft und entzündet sich. Betroffen sind vor allem Menschen mit fettiger Haut oder Akneneigung, Frauen häufiger als Männer, meist zwischen zwanzig und vierzig. Und weil das Zusammenspiel entscheidend ist, hilft oft schon der Wechsel des Sonnenschutzes.
Kurz erklärt: Mallorca-Akne ist keine Allergie und keine echte Akne, sondern eine lichtbedingte Follikelentzündung. Sie heilt ohne Narben, kehrt jedes Jahr wieder, wenn sich nichts ändert – und lässt sich mit fettfreiem Sonnenschutz, langsamer Gewöhnung und bei Bedarf einer kurzen Behandlung gut in den Griff bekommen.
In der Hamburg Dermatologie unterscheiden wir die Mallorca-Akne von der polymorphen Lichtdermatose, der bakteriellen Follikulitis und der Hefepilz-Follikulitis – die alle nach der Sonne auftreten und alle anders behandelt werden – und stellen einen Plan für die nächste Saison auf.
- Was es ist
- lichtbedingte Entzündung der Haarfollikel (aktinische Follikulitis); keine Allergie, keine echte Akne
- Zeichen
- dichte, gleichförmige, juckende Pickelchen ohne Mitesser an Dekolleté, Schultern, Oberarmen, Rücken – 1–3 Tage nach intensiver Sonne
- Auslöser
- UV-A plus fettige Sonnencreme, Körperöle, reichhaltige Lotionen; fettige Haut, Akneneigung
- Verwechslung
- polymorphe Lichtdermatose (Bläschen, Quaddeln), bakterielle Follikulitis, Hefepilz-Follikulitis, Hitzepickel
- Behandlung
- Sonne meiden, fettfreie Pflege, kühlende Gele; bei Bedarf kurz Antibiotikum oder Retinoid äußerlich
- Vorbeugung
- fettfreier Gel-Sonnenschutz mit hohem UV-A-Schutz, langsame Gewöhnung, keine Öle, luftige Kleidung
- Verlauf
- heilt binnen 1–2 Wochen ohne Narben; kehrt bei gleichen Bedingungen wieder
- Geeignet für
- jeden, der jedes Jahr nach den ersten Sonnentagen Pickel bekommt
Mallorca-Akne oder Sonnenallergie?
Beides kommt nach der Sonne, beides juckt, beides wird „Sonnenallergie“ genannt. Die Behandlung ist verschieden.
- Mallorca-Akne: kleine, dichte, gleichförmige Pickelchen – Knötchen und Pusteln wie bei Akne, aber ohne Mitesser. An Dekolleté, Schultern, Oberarmen, Rücken; das Gesicht meist frei. Betroffen sind Menschen mit fettiger Haut oder Akneneigung. Verschlimmert sich mit fettigen Produkten, bessert sich mit fettfreien.
- Polymorphe Lichtdermatose: Bläschen, Quaddeln oder Knötchen, bei jedem anders, stark juckend – an Dekolleté, Armen, Handrücken, Nacken. Unabhängig von Produkten; eine Immunreaktion auf UV-Licht nach Sonnenpause. Bessert sich mit Gewöhnung über den Sommer.
- Bakterielle Follikulitis: einzelne, größere, schmerzhafte Eiterpickel – nach Schwitzen, Reibung, Rasur, Whirlpool. Braucht antiseptische oder antibiotische Behandlung.
- Hefepilz-Follikulitis: juckende, gleichförmige Pickelchen an Rücken und Brust bei Hitze und Schwitzen – durch Malassezia-Hefen. Sieht der Mallorca-Akne zum Verwechseln ähnlich, braucht aber Antipilzmittel.
- Hitzepickel: feinste Bläschen durch verstopfte Schweißdrüsen bei Hitze und Feuchtigkeit – verschwinden mit Abkühlung.
- Der Blick durchs Auflichtmikroskop und bei Bedarf ein Abstrich klären, was es ist – und damit, ob Sonnenschutz wechseln, Antipilzmittel oder Gewöhnung der richtige Weg ist.

Inhaltsverzeichnis
Was unsere Patientinnen und Patienten sagen
Vorteile auf einen Blick
Die richtige Diagnose
Mallorca-Akne, Lichtdermatose, Hefepilz, Bakterien – vier Ursachen für Sommerpickel, vier Behandlungen. Wir unterscheiden sie.
Sonnenschutz, der passt
Fettfrei, gelartig, hoher UV-A-Schutz – und trotzdem verträglich für Akneneigung. Wir sagen, worauf es ankommt.
Kurz und gezielt behandeln
Wenn es sein muss: ein Retinoid oder Antibiotikum äußerlich für wenige Wochen – nicht das Kortison, das alles schlimmer macht.
Plan für die Saison
Gewöhnung, Produkte, Reiseapotheke – damit der nächste Urlaub ohne Pickel beginnt.
Akne im Blick
Wer Mallorca-Akne hat, hat oft auch sonst unreine Haut. Beides lässt sich zusammen behandeln.
Ehrliche Auskunft
Dazu, dass es keine Allergie ist, dass es wiederkommt, und dass es harmlos bleibt.
Die Sommerpickel im Vergleich
Vier Ursachen, die sich ähneln – und was jeweils hilft.
| Ursache | Aussehen | Auslöser | Was hilft |
|---|---|---|---|
| Mallorca-Akne | dichte, gleichförmige Pickelchen ohne Mitesser | UV-A plus fettige Produkte; fettige Haut | fettfreier Sonnenschutz, Kühlung, kurz Retinoid oder Antibiotikum äußerlich |
| Polymorphe Lichtdermatose | Bläschen, Quaddeln, Knötchen – stark juckend | UV-Licht nach Sonnenpause | UV-A-Schutz, Gewöhnung, Antihistaminikum, kurz Kortison |
| Hefepilz-Follikulitis | juckende gleichförmige Pickelchen an Rücken und Brust | Hitze, Schwitzen, Okklusion | Antipilzmittel äußerlich, ggf. als Tablette |
| Bakterielle Follikulitis | einzelne größere Eiterpickel, schmerzhaft | Schwitzen, Rasur, Reibung, Whirlpool | antiseptisch, ggf. Antibiotikum |
Unsere Ärztinnen und Ärzte






So gehen wir vor
Mit frischem Ausschlag – oder vor der Saison zur Vorbereitung.
Gespräch
Wann nach der Sonne, wo, wie sieht es aus, welche Produkte waren im Spiel? Akne früher oder jetzt, Hauttyp, jedes Jahr dasselbe?
Untersuchung
Verteilung, Art der Pickel, Mitesser ja oder nein, Bläschen oder Pusteln – unter dem Auflichtmikroskop. Bei Verdacht auf Hefepilz oder Bakterien ein Abstrich.
Einordnung
Mallorca-Akne, Lichtdermatose, Pilz oder Bakterien – und damit der Weg.
Behandlung des Schubs
Sonne meiden, fettfreie Pflege, kühlende Gele. Bei ausgeprägtem Befund ein Retinoid oder Antibiotikum äußerlich für einige Wochen; der Juckreiz mit einem Antihistaminikum.
Plan für die Saison
Welcher Sonnenschutz, wie gewöhnen, was in die Reiseapotheke – schriftlich, damit es im nächsten Jahr nicht vergessen ist.
Kontrolle
Nach dem Sommer: Was hat funktioniert? Bei ausgeprägter Akneneigung ein Behandlungsplan für die Haut auch außerhalb der Saison.

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Aus Respekt vor Ihrer Zeit arbeiten wir ausschließlich nach vorheriger Terminvereinbarung und können so Wartezeiten für Sie weitestgehend vermeiden.
Mo-Fr 08-19 Uhr
Praxis für Privatpatienten und Selbstzahler
040 298138960Was dazugehört
Sonne, Haut und Pickel – die Seiten daneben.
Sonnenallergie
Juckende Bläschen nach den ersten Sonnentagen: was dahintersteckt und wie sich vorbeugen lässt.
Aknebehandlung
Akne ist eine Hauterkrankung und keine Frage der Pflege. Wir behandeln sie ärztlich.
Sonnenschutz
Der wirksamste Schutz vor Hautalterung und Hautkrebs, richtig angewendet.
Sonnenbrand
Was nach einem Sonnenbrand hilft und warum jeder einzelne zählt.
Fruchtsäurepeeling
Peelings in Serie für ein gleichmäßigeres Hautbild und feinere Struktur.
Hautanalyse
Die apparative Bestandsaufnahme Ihrer Haut. Wir betrachten Pigment, Gefäße und Struktur getrennt.
Wann wir nicht behandeln – oder anders
Die Mallorca-Akne braucht meist keine Medikamente. Und einiges, was naheliegt, tun wir nicht.
- Kein Kortison. Es hilft gegen den Juckreiz, verstärkt aber die Follikelverstopfung und begünstigt Pilze. Bei Mallorca-Akne die falsche Wahl.
- Keine fetten „After-Sun“-Produkte. Sie sind Teil der Ursache.
- Kein Solarium zum Vorbräunen. Es verstärkt die Reaktion und schadet der Haut.
- Antibiotika nur bei ausgeprägtem Befund und nur kurz – die Mallorca-Akne ist keine Infektion.
- Bei Verdacht auf Hefepilz-Follikulitis zuerst der Abstrich; dann Antipilzmittel statt Aknetherapie.
- In der Schwangerschaft keine Retinoide; Sonnenschutz, Kühlung und Geduld.
Vorbeugen: der richtige Sonnenschutz
Die Mallorca-Akne ist eine Frage der Produkte. Wer sie ändert, hat meist Ruhe.
Fettfrei und gelartig. Sonnenschutz als Gel, Fluid oder Spray auf Wasserbasis, ohne Öle, ohne Emulgatoren, die den Follikel verstopfen – für Menschen mit fettiger Haut oft als „nicht komedogen“ gekennzeichnet. Reichhaltige Cremes und Sonnenöle sind tabu.
Hoher UV-A-Schutz. Auslöser ist vor allem UV-A. Auf das UV-A-Siegel achten; LSF 30 bis 50+. Und reichlich auftragen, zwanzig Minuten vorher, nachcremen nach dem Schwimmen.
Langsam gewöhnen. Die ersten Sonnentage kurz, im Schatten, mit Kleidung; dann steigern. Wer am ersten Urlaubstag sechs Stunden am Strand liegt, hat am dritten die Pickel.
Keine Öle, keine schweren Lotionen auf der Haut, die in die Sonne geht – auch keine „After-Sun“-Produkte mit Fett. Leichte, kühlende Gele reichen.
Luftige Kleidung, Schweiß abduschen. Hitze und Okklusion verstärken die Follikelentzündung.
Vor der Saison die Poren frei machen: Bei ausgeprägter Neigung helfen ein Fruchtsäurepeeling oder ein Retinoid äußerlich in den Wochen vor dem Urlaub – nach ärztlicher Rücksprache, mit Sonnenschutz.
Wenn es passiert ist
Sind die Pickel da, hilft: raus aus der Sonne für einige Tage, alle fettigen Produkte absetzen, kühlen – lauwarme Duschen, kühlende Gele –, nicht kratzen, nicht ausdrücken. Ein Antihistaminikum nimmt den Juckreiz. Die Haut heilt binnen ein bis zwei Wochen ohne Narben.
Bei ausgeprägtem Befund verkürzen ein Antibiotikum oder ein Retinoid äußerlich den Verlauf – für einige Wochen, nicht länger. Kortison nicht: Es lindert kurz und verstopft die Follikel weiter. Und nach dem Schub, mit fettfreiem Schutz, vorsichtig zurück in die Sonne – nicht zwei Wochen im Schatten, sonst beginnt es am nächsten Strandtag von vorn.
Sicherheit, Grenzen und realistische Erwartungen bei Mallorca-Akne
Die Mallorca-Akne ist harmlos, lästig und gut vermeidbar – mit Grenzen.
Die Grenze: Sie kommt wieder, wenn die Bedingungen wiederkommen. Wer fettige Sonnencreme und sechs Stunden Strand am ersten Tag beibehält, hat sie jedes Jahr. Und bei ausgeprägter Akneneigung ist sie ein Zeichen, dass die Haut auch sonst Behandlung braucht.
Nebenwirkungen der Behandlung: Retinoide äußerlich machen lichtempfindlich und trocknen – deshalb nur mit Sonnenschutz und nicht in der Schwangerschaft; Antibiotika äußerlich können reizen; Antihistaminika müde machen.
Zu den Kosten: Die Abklärung und Behandlung ist medizinisch; private Krankenversicherungen und Beihilfestellen übernehmen sie in der Regel. Die Hamburg Dermatologie ist eine rein privatärztliche Praxis; gesetzlich Versicherte sind Selbstzahler.
Unser Anspruch
Am Anfang steht das Gespräch,
nicht die Behandlung.
Was sinnvoll ist, zeigt sich erst nach der Untersuchung. Deshalb behandelt bei uns ein fachärztlich qualifiziertes Team – und deshalb steht am Anfang immer eine Einschätzung, kein fertiger Behandlungsplan.
Termin buchenMedizinische Kompetenz
Ihre Behandlung erfolgt ärztlich und fachärztlich begleitet, mit fundierter Erfahrung – von der Beratung bis zur Nachsorge.
Individuell statt nach Schema F
Keine Haut ist wie die andere. Vorgehen, Technik und Behandlungsziel stimmen wir auf Ihren Befund ab.
Auch mal Nein
Wenn eine Behandlung nicht sinnvoll ist, sagen wir das. Von der ersten Einschätzung bis zur Nachsorge begleiten wir Sie persönlich – und sind erreichbar, falls danach Fragen auftauchen.
Über uns
Ein Blick in unsere Praxis in der Hamburger Innenstadt – zwischen Rathaus und Rödingsmarkt, nahe der Hafencity.






FAQ – Häufige Fragen zur Mallorca-Akne
Ist Mallorca-Akne eine Allergie?
Nein. Es ist eine Entzündung der Haarfollikel, ausgelöst durch UV-Licht im Zusammenspiel mit fettigen Produkten und Talg. Es gibt kein Allergen – deshalb hilft kein Allergietest, aber ein Produktwechsel.
Warum bekomme ich das, obwohl ich keine Akne habe?
Weil es keine echte Akne ist. Betroffen sind Menschen mit fettiger Haut oder früherer Akneneigung – die Follikel reagieren auf UV-A plus Fett, auch wenn im Alltag alles ruhig ist.
Welche Sonnencreme soll ich nehmen?
Eine fettfreie: Gel, Fluid oder Spray auf Wasserbasis, ohne Öle und Emulgatoren, mit hohem UV-A-Schutz und LSF 30 bis 50+. Keine Sonnenöle, keine reichhaltigen Cremes.
Hilft Kortison?
Gegen den Juckreiz kurz, gegen die Pickel nicht – es verstopft die Follikel weiter und begünstigt Pilze. Kühlende Gele, ein Antihistaminikum und bei Bedarf ein Retinoid oder Antibiotikum äußerlich sind die richtigen Mittel.
Bleiben Narben?
Nein – wenn nicht gekratzt oder ausgedrückt wird. Die Mallorca-Akne heilt binnen ein bis zwei Wochen ohne Spuren.
Woran erkenne ich den Unterschied zur Sonnenallergie?
Mallorca-Akne macht gleichförmige Pickelchen ohne Mitesser, vor allem bei fettiger Haut, und reagiert auf Produkte. Die polymorphe Lichtdermatose macht Bläschen, Quaddeln oder Knötchen, juckt stärker und hängt nicht am Produkt. Der Blick durchs Auflichtmikroskop unterscheidet sicher.
Quellenangaben
Die Angaben auf dieser Seite geben den Stand der ärztlichen Praxis in der Hamburg Dermatologie wieder und ersetzen kein Beratungsgespräch. Jede Adresse wurde vor dem Einbau bestätigt:
- Maniscalco M et al. Actinic Folliculitis (Formerly Acne Aestivalis and Mallorca Acne): A Report of 18 Patients and Review of the Literature. Acta Derm Venereol, 2026. PubMed 42423361
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